Mittwoch, 24.04.2019 17:51 Uhr

Heilkunst - vom Mittelalter bis in das Heute

Verantwortlicher Autor: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Cottbus, 20.07.2016, 19:39 Uhr
Presse-Ressort von: Dipl.-Ing. Wilfried Rühle Bericht 4516x gelesen

Cottbus [ENA] Das Brandenburgische Apothekenmuseum in Cottbus, von der Heilkunst im Mittelalter bis zur heutigen Volksheilkunde, ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, sondern ein lebendiges Museum, ein Museum in Aktion. Noch heute kann man über 250 Erzeugnisse aus verschiedenen Kräutern, Blüten und Früchten erwerben. Es ist die Löwenapotheke, Altmarkt 24, die seit 1568 im Dienste der Gesundheit der Menschen tätig war und ist.

Es ist die beeindruckende Vielfalt der Kräuter, deren Heilwirkungen seit Jahrhunderten die Gesundheitspflege ausmachen. Aber nicht nur die Kräuter, sondern auch die Heilpilze finden wir in diesem geschichtlichen Abriß wieder. Zum Beispiel ist es der Pilz Zunderschwamm, den „Ötzi“ vor über 5000 Jahren als seine Reiseapotheke mit sich führte, der auch in den nachfolgenden Jahrhunderten als „Wundschwamm, als Tinktur, Tee oder als zermahlenes Pilzpulver gegen Krankheiten und für die Prophylaxe erfolgreich eingesetzt wurde. Besonders aufschlussreich ist die Tatsache, dass auch seit Jahrhunderten die Schönheitspflege ihren Ursprung in den Apotheken hatte. Für die Rückbesinnung auf die Wirkstoffe der Natur ist das Museum die 1. Adresse.

Rückseite der Apotheke mit Brunnen. Reines Wasser mußte stets verwendet werden.
Der Aufkauf von Kräutern war die Grundlage für deren Aufarbeitung.
Einfache Pressen - die kaltgepressten Inhaltsstoffe.
Unter Feuer wurde gekocht, eingedampft, destilliert und extrahiert.
Der Giftschrank - es gab nicht nur Medizin.
Auch wenn man nicht lesen und schreiben konnte - der Erhalt von Gift mußte unterschrieben werden (3 Kreuze).
Das Gerippe weist mit der Knochenhand auf den verschlossenen Giftschrank.
Über 200 Kräuter als Pulver, Tinktur, Extrakt oder Pille - die Volksmedizin für das Überleben.
Aber auch Pilze, wie der Zunderschwamm - seit dem Altertum nicht aus der Chirugie wegzudenken (Anwendung bis ca.1924).

Es bleibt die Faszination der Tatsache, dass die Apotheker über die Jahrhunderte erfolgreich die Menscheit in Ihrer Entwicklungsgeschichte begleitet haben. Es ist aber auch das Nachdenken darüber, wie man heute dieses Wissen für die "Alternative Medizin" wieder zur breitenwirksamen Anwendung bringen sollte. Die Substanzen, die schon immer erfolgreich in der Heilung oder Prophylaxe waren, sind es heute auch noch. Eines ist und bleibt aber das Erfordernis der Zeit, die Wirkstoffe und Wirkungen eindeutig zu identifizieren, Qualitätsstandards festzulegen und durchzusetzen. Mit der rasanten Digitalisierung des Gesundheitswesen bleibt die Erwartung, schneller für die Volksgesundheit zu den Wirkstoffen der Natur zurück finden zu können.

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